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Wing Chun Kuen "die Faust des schönen Frühlings" ist ein populäres Zweikampfsystem, dessen Ursprünge in der Provinz Szechuan in Südwestchina liegen. Einige der vielen überlieferten Legenden, wie z. B. die der buddhistischen Nonne und Zweikampfexpertin Ng Mui und ihrer Meisterschülerin Jim Wing Chun, lassen sich auf das frühe 17. Jahrhundert datieren.
Als sicher gilt, dass das Wing Chun System von regierungsoppositionellen Gruppierungen praktiziert und perfektioniert wurde. Sehr wahrscheinlich gehörten diesen Geheimbünden auch führende Mitglieder der alten Shaolinklöster an. Es ist auch anzunehmen, dass diese Personen mit ihrem traditionellen Erfahrungsschatz der alten Kampfkünste und Gesundheitsmethoden wesentlich zur Entwicklung der Kampfmethode Wing Chun beigetragen haben.
Die wenigsten der meisterlichen Vertreter dieser Kampfkunst hatten bis in unser Jahrhundert Interesse daran, Informationen über die Anzahl der vertrauten Schüler hinaus zu verbreiten. Aus diesem Grund wissen selbst heute noch lebende Altmeister dieser Kunst verhältnismäßig wenig gesicherte historische Fakten zu berichten.
Tatsache ist die Existenz eines logisch strukturierten, vollständigen und funktionierenden Kung Fu Stils, bestehend aus sechs aufeinander aufbauenden Bewegungsformen, nämlich drei waffenlosen, einer Holzpuppenübungsform, einer Langstockmethode und einer Doppelkurzschwertform. Diese Formen behandeln bestimmte Lerninhalte und bescheren dem Praktiker bestimmte Fähigkeiten. Erst die Vernetzung aller Inhalte in Verbindung mit entsprechenden Partnerübungsmethoden lassen die Genialität des Systems erkennen.
Viel von dem, was heute über Wing Chun bekannt ist, verdanken wir dem verstorbenen Hongkonger Altmeister Yp Man. Dessen über 50jährige leidenschaftliche Entwicklungsarbeit sowie seine, dem Westen aufgeschlossenen Meisterschüler tragen wesentlich zum heutigen Wing Chun-Verständnis bei. Neben dem Yp Man Wing Chun sind in China ca. 13 andere Wing Chun Stile bekannt.
In Deutschland existieren bis dato gut 20 Schulverbände und zahlreiche Einzelschulen. Graduierungssysteme und Qualifikationsurkunden haben nur innerhalb der jeweiligen Verbandstradition, die sie geschaffen haben, Gültigkeit. Erfolgreiche umfassende und detaillierte Forschungsarbeit in Theorie und Praxis sowie eine intelligente Interpretation der traditionellen Inhalte bestimmen jedoch früher wie heute die Qualität des Unterrichts einer Schule.
Empfehlenswerte Literatur:
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